zurück zur Übersicht

Utscheid - Flugplatz - Niederraden - Sinspelt - Neuhaus - Utscheid

Weglänge 15,0 km, Alternative Niederraden 13,5 km
Höhenlage zwischen 265 m und 430 m, Differenz 165 m
Einkehrmöglichkeit am Flugplatz Utscheid, in Sinspelt, Neuhaus und Utscheid

Hinweis: Der Charakter der verschiedenen Landschaften Islek und Gutland, im Volksmund 'Bekow' genannt, kommt in den Maskottchenfiguren 'Isi & Beko' zum Ausdruck: der schlanke, graue Schieferstein und der breite, hellbraune Sandsteinquader. Offensichtlich kommen 'Isi' und 'Beko' trotz mancher Gegensätze gut miteinander aus.


Isi und Beko, die Maskottchenfiguren des Neuerburger Landes.

Beschreibung des Wanderweges

Ausgangspunkt: Utscheid, an der Kirche (1).

Von der Kirche hinunter zu dem Gehöft an der Straßenkreuzung (2). Von hier entlang der Schulstraße Richtung Flugplatz. An der Gabelung links an der alten Schule vorbei und über den (privaten) Pfad hangaufwärts, am Weg das EV-Zeichen [>]. Zeitweise endet der Pfad vor einem Schäferzaun, bei Trockenheit lässt sich dieser umgehen. Alternative: Pfad nicht benutzen, auf der Straße Richtung Flugplatz bleiben.

Wieder auf der Straße. Nach 300 m links ab und rechts über den Feldweg bergan, vorbei an der Landebahn. Von der Anhöhe ein Blick über die Landschaft (3).

Der EV-Weg kreuzt die Straße zum Flugplatz* und führt am Weidezaun vorbei. Im Wald an der Gabelung links halten und dem Ww 22 folgen (bis Niederraden). Der Weg verläuft nahezu hangparallel, fällt zum Schluss leicht ab und trifft im Tal auf die Straße, links nach Niederraden (4).

* Niederraden. Vom Flugplatz über den Ww 19 nach Niederraden (Wirtschaftsweg).

Weiter der Talstraße entlang. An der Straße nach Neuerburg links über die Enzbrücke und durch den Ort Sinspelt (5). An der Abzweigung der Bundesstraße 50 auf der Straße nach Mettendorf bleiben. Nach 200 m am Haus 41 ein Schieferfelsen (6), hier links über den Weg zum Sportplatz. An der Enz, dem Sportplatz gegenüber, eine sechs Meter hohe Buntsandstein-Wand, im Volksmund 'roter Pool' genannt.

An der Enz entlang, Richtung Mettendorf. Am Gewerbegebiet über den Fluss (Steg) und durch das Ringsbachtal. Nach 1,7 km wechselt der Ww 49 die Bachseite und führt an einem tiefen Bachgraben vorbei. An der Gabelung links und in Windungen bergan, mäßig ansteigend. In der vierten Kehre trifft der 49-Weg auf den Ww 50, diesem folgen (bis zur Fahrstraße Neuhaus-Hamerskaul): am Wald entlang, an der Schutzhütte vorbei, die B 50 queren und über den Bergrücken (Feldweg).

An der Fahrstraße Neuhaus-Hamerskaul hinunter zum Wald. In der Kurve zum Hof rechts in den Wald hinein, ein angenehm zu gehender Hangweg. Nach Verlassen des Waldes ein Blick über die Tallandschaft (7). In Utscheid an der Straße abwärts. Vor dem Bildstock rechts entlang der Mauer und über den Friedhof zum Kirchplatz.

Sehens- und Wissenswertes am Wege

(1) Utscheid, Katholische Pfarrkirche St. Peter
In 'Oytscheit' stand schon zu Beginn des 14.Jahrhunderts eine Kirche, vermutlich eine Chorturmkirche (das kreuzgratgewölbte Erdgeschoss spricht dafür). Im Jahre 1746 baute man ein neues, barockes Langhaus und erhöhte den Ostturm. Als die Bevölkerung zunahm, erweiterte man den barocken Bau (1853) und erhöhte den Turm um ein weiteres Geschoss, die heutige Glockenstube. Nach dem letzten Krieg wurde der barocke Bau abgetragen und der jetzige zeltförmige Raum errichtet (1965). An die Vorgängerkirche erinnern noch der (im Erdgeschoss mittelalterliche) Ostturm und die drei Barockaltäre.

Der Hauptaltar ist dem Pfarrpatron geweiht. Der Apostel gehörte mit Johannes und Jakobus zu den engsten Vertrauten Jesu. Dieser übertrug ihm die Leitung der Kirche: "Du bist Petrus (der Fels) ... und dir will ich die Schlüssel des Himmelreiches geben". Am Antependium (Vorderseite des Altartisches) Petrus mit dem Himmelsschlüssel. In der Altarnische weist das Kreuz auf die Art seines Martyriums hin, Kaiser Nero ließ ihn kreuzigen. Petrus wünschte mit dem Kopf nach unten gekreuzigt zu werden.


Utscheid, Hauptaltar der Pfarrkirche St. Peter.

Beachtenswert auch die Seitenaltäre mit Helferheiligen der ländlichen Bevölkerung. So am rechten Altar die (mit einem Kelch dargestellte) Martyrin Barbara (+ 306), die Fürsprecherin für eine gute Sterbestunde, und am linken (Stein-) Altar der hl.Wendelin (+ um 570), der Patron der Bauern und Hirten.

Das Pfarrhaus wurde 1767 gebaut, der Anbau an der östlichen Traufseite erst 1929. Das ursprüngliche, nahezu unveränderte Pfarrhaus ist klar gegliedert und zeugt von dem gehobenen Wohnstandard des 18.Jahrhunderts. Damals erlebte das Herzogtum Luxemburg, zu dem seinerzeit große Teile der Südwesteifel gehörten, die 'goldenen' habsburgisch-österreichischen Jahre (1714-1794), eine Zeit des wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwungs.

(2) Utscheid, ein altes Bauerndorf
Die Gemarkung Utscheid liegt in der Islek-Vorstufe, dem Randstreifen des Gutlands, mit teils sandigen, meist jedoch fruchtbaren Böden (hierzu Karte, 86).

In der Ortsmitte (Schulstraße 1) ein großes, noch gut erhaltenes Zweiseitgehöft, erbaut 1800. Das stattliche Wohnhaus überragt die Wirtschaftsgebäude um nahezu ein Stockwerk. Von den sieben Fensterachsen entfallen zwei (abgesetzte) auf den Altenteil. Beachtenswert: die großen Rechteckfenster, die straffe Gliederung der Hausfassade (unterstützt durch Fensterbänder), die Werksteinrahmung der Haustür, die unregelmäßig angebrachten Fensterchen am Hausgiebel, das zurückgesetzte, kleine Nebengebäude sowie die korbbogigen Eingänge in Stallung und Scheune.


Utscheid, Zweiseithof Schulstraße 1.

(3) Aussichtspunkt Segelfluggelände Utscheid
Südlich im Tal der Ort Utscheid, auf der Höhe der Ortsteil Buscht mit Wasserturm, am Horizont die Windräder von Neuhaus. In Richtung Südwesten im Enztal der Ort Sinspelt, am Hang zum Islek die Orte Nieder- und Obergeckler. Bei Flugbetrieb sind Besucher am Platz willkommen. Informationen zum Verein auf Seite 77.


Segelflugzeug im Landeanflug. Wasserturm, eine markante Landmarke, 1956 vom Kreiswasserwerk Bitburg erbaut, heute in Privathand und wohnlich eingerichtet.

(4) Niederraden
Das Dorf liegt an der Einmündung des Michelbachs in den Radenbach. Der bereits 1501 urkundlich genannte Ort konnte sich aufgrund seiner Tallage wenig vergrößern. Die Häuser stehen entlang der Bäche, leicht gestreut. Einige Häuser beachtenswert: Haus 3, erbaut 1806, das Wohnhaus eines früheren Streckhofes, hat eine schöne Tür (profilierte Werksteinrahmung, Türblatt mit barocken Formen). An der Fassadengliederung fällt auf, dass der Altenteil mit nur einer Fensterachse weit abgesetzt ist. Haus 2 steht am Ortsende, quer zur Straße. Das ursprüngliche Wohnhaus, 1774 erbaut, hat Segmentbogenfenster, der spätere Anbau Rechteckfenster.


Niederraden. Haus Dorfstraße 3 und die 600 Jahre alte Dorflinde mit einer Marienstatue, gegenüber von Haus 3 ein Wegkreuz aus dem Jahr 1749.

(5) Sinspelt
Bei Sinspelt verlässt die Enz das tief eingeschnittene, enge Neuerburger Tal und fließt durch das von der Ur-Enz im Laufe von Jahrmillionen ausgeräumte und mit Aufschüttungsmaterial bedeckte weite Mettendorfer Tal. Das von kalten Winden aus dem Norden geschützte, nach Süden offene Tal war für eine frühe Besiedlung günstig. In Sinspelt soll ein römisches Landhaus gestanden haben, angeblich war die 'Simonis villa' der Namensgeber des Ortes.

Im Jahr 1435 wird Sinspelt erstmalig erwähnt, als 'Sinsfeld'. Der kleine Ort war über Jahrhunderte Kreuzungspunkt der Wege Bitburg-Vianden und Neuerburg-Trier. Nach dem Ausbau der Wege als Fernverkehrsstraßen nahm die Anzahl der Häuser rasch zu, um 1840 gab es in Sinspelt bereits 29 Häuser. Von den alten Gehöften ist nur noch die dreiseitige Hofanlage 'In der Gracht 4' erhalten (in der Nähe der Feuerwehr): Ein großes, stattliches Wohnhaus (Treppenaufgang, profilierte Werksteinrahmungen der Haustür, Segmentbogenfenster) mit insgesamt sieben Fensterachsen, von denen zwei zum Altenteil gehören. Über dem Hauseingang die Namen der Erbauer sowie das Baujahr 1804.

(6) Vom Islek zum Bitburger Gutland
Zwischen dem Schiefer am Haus 41 und dem Buntsandstein an der Enz verläuft die Grenze zwischen Islek und Bitburger Gutland, genauer: zwischen dem Islek und dem sandreichen Randstreifen des Gutlands, der Islek-Vorstufe. Das eigentliche Gutland beginnt erst bei Mettendorf.


Sinspelt. Schiefer an der Enztalstraße 41 und Buntsandstein am Prallhang der Enz.

(7) Blick auf Utscheid


Utscheid, Blick vom Buschter Hang. In der Ortsmitte der zeltförmige Kirchenraum.

Bitburger Gutland, zur Erdgeschichte der Bitburger Trias-Mulde
In der Trias-Zeit, vor rund 225 Jahrmillionen, kommt es im Pariser Raum zu einer großräumigen Absenkung (Pariser Becken). Ein über Luxemburg nach Nordosten gerichteter Ausläufer reicht in den Bitburger Raum hinein (Bitburger Mulde). Von Südwesten her dringt das Meer in die Senke ein. Im Laufe von Jahrmillionen lagern sich hier, je nach Herkunft des Materials und der Wassertiefe Sandkörner, Reste kalkiger Meerestiere und feine Tone ab.

Mit zunehmender Verfüllung der Senke dringt das Meer weniger tief in das Festland ein. Spätere Ablagerungen erfolgen immer mehr zur Mitte der Mulde hin. Infolge großräumiger Erdhebungen werden die verfestigten Ablagerungen (Gesteinsschichten) an den Rändern hoch geschleppt. Letztlich liegen die Schichten in der Mulde wie Zwiebelschalen: am Rand der Buntsandstein, in der Mitte der Lias-Sandstein.


Querschnitt durch die Bitburger Mulde (Schemazeichnung nach B. Schiel, 1964)

Später kommt es in Europa zu weiteren Verschiebungen, Hebungen und Senkungen. In der Bitburger Mulde zerbrechen die Gesteinsschichten, es kommt zu kleinen und großen Verwerfungen (Sprüngen, Verschiebungen), so dass heute an vielen Stellen des Bitburger Gutlands nebeneinander unterschiedliche Böden anzutreffen sind.

Vor rund 20 Jahrmillionen hebt sich das Rheinische Schiefergebirge. Die Flüsse und Bäche der Südeifel graben sich tief in den Schiefer und in die gestörten Schichten der Bitburger Mulde ein. Die Südwesteifel erhält ihre heutige Gestalt. In der Südeifel bilden die Gebiete mit den fruchtbaren Muschelkalk- und Keuperböden (wie das 'Mettendorfer Stufenland') das eigentliche Gutland. Die Buntsandstein-Einfassung des Gutlands entlang des Islek rechnet man schon dem Islek zu, weil ihre hügelige Oberflächengestalt eher dieser Landschaft gleicht. Man nennt sie Islek-Vorstufe.


Naturräumliche Gliederung Westeifel, Ausschnitt Mettendorf (nach Werle, 1974).

Technische Hinweise

Route ..................................... 15,0 km
- Landstraße .................................. 1,0
- Dorfstraße .................................... 1,2
- Weg ............................................. 12,5
- Pfad ............................................... 0,3
  Niederraden........................... 13,5 km
- Landstraße ................................ 0,7
- Dorfstraße ................................. 1,0
- Weg ........................................ 11,5
- Pfad ...........................................0,3

Tourist-Information Neuerburger Land
Postfach 1120, 54671 Neuerburg, Bitburger Straße 21, Tel.: 06564-19433

Einkehrmöglichkeit
- Sinspelt: Hotel Altringer, Neuerburger Str. 4, Tel.: 06522-712, Ruhetag Dienstag
Gasthaus Bei Margret, Hauptstr. 2, nur Imbiss, Tel.: 06522-344, R. Mittwoch
- Utscheid: Gasthaus Koch, Im Krahnen 17, A.erf., Tel.: 06564-2050, R. Montag
Gasthaus Schill, Neuhaus, nur Imbiss, A.erw., Tel.: 06522-377, kein Ruhetag
- Flugplatz Utscheid (bei Flugbetrieb): Getränke und kleine Gerichte

Anfahrt: Utscheid, Parkgelegenheit auf dem Kirchvorplatz
- von Trier: B 51, Abfahrt Bitburg / Vianden, über Oberweis und Neuhaus
- von Luxemburg: E 421, Abfahrt Diekirch, über Vianden, Sinspelt, Niederraden
- von St.Vith: A 60, Ausfahrt Winterspelt, über Lichtenborn, Birkendell, Weidingen
- von Prüm: B 418 bis Lichtenborn, über Krautscheid, Birkendell, Weidingen

Wanderkarte
Topographische Karte 1: 25.000 Naturpark Südeifel, Blatt 2 (Mitte)
Wanderkarte Nr. 27 des Eifelvereins e.V., 2006

Literatur
Filialgemeinde Niederraden: 50 Jahre Marienkapelle N-raden.- Manuskript 1986

NN: Von Sinspelt und seiner Geschichte.- in: Festschrift VG-Feuerwehrfest 1986

Pfarramt Utscheid: Pfarrei Utscheid, 1330-1980.- Festschrift 1980

Schiel, B.: Einführung in die geologischen und geographischen Grundlagen des Trierer Landes.- in: Geschichte des Trierer Landes.- Trier 1964

Borrelbach, Albert: Ein geologischer Musterkoffer mit reichen Zutaten.-
in: VG Neuerburg (Hrsg.): Neuerburger Land, 13-15.- Trier 1995

zurück zur Übersicht

Zum Seitenanfang