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Neuerburg/Freibad - Ammeldingen - Plascheid - Freibad

Weglänge 9,5 km
Höhenlage zwischen 370 m und 515 m, Differenz 145 m
Einkehrmöglichkeit: keine

Beschreibung des Wanderweges

Ausgangspunkg: Neuerburg, Parkplatz am Freibad

Die Straße nach Ammeldingen überqueren und dem Wanderweg 26 folgen (bis Ammeldingen). Am Sanitärgebäude des Campingplatzes einige Meter hangaufwärts, dann der Enz entlang. Nach einem Kilometer quert der Talweg ein Rinnsal, biegt in ein Seitental ein und führt schräg hangaufwärts nach Kleinweis (1).

Von Kleinweis bergan zur Straße K 57 und nach Ammeldingen hinauf. Auf der Anhöhe am nördlichen Ortsrand zentrale Gebäude und Anlagen des Ortes: alte Schule, Pfarrkirche (2) und Friedhof. Hier trifft der 26er-Weg auf den Jakobsweg, diesem folgen (bis Plascheid).

Von der Kirche abwärts. Am Kapellenweg links über den alten Kirchweg nach Plascheid. Hier zwei Wegkreuze (3), in der Ortsmitte und am Neuerburger Weg. Vom südlichen Ortsrand ein weiter Rundblick: im Südwesten die Windräder von Neuerburg und Koxhausen, westlich davon am Horizont das Dorf Karlshausen. Im Südosten auf der Hochfläche der Ort Scheuern.

Zurück in Richtung Ammeldingen. Nach Eintritt in den Wald links dem Ww 8 folgen (bis zum Freibad), ein angenehm zu gehender Waldweg.


Kleinweis, südlicher Ortsrand. Am gegenüberliegenden Hang der Hof Schlinkert,
am Horizont die Windräder von Koxhausen (links) und Leimbach.

Sehens- und Wissenswertes am Wege

(1) Kleinweis
Am Ortsrand links in der Wiese ein hoher Kugelbaum, eine alte Buche. Der Baum hatte früher ein dichtes Kronendach, heute trägt er nur noch Blättchen. Von dem Unwetter im Sommer 1990 hat sich der Baum nicht wieder erholt.
Vom südlichen Ortsrand aus ein Blick hinüber zur Karlshausener Hochfläche.

(2) Ammeldingen. Katholische Pfarrkirche St. Isidor
Die im Jahr 1762 erbaute Kapelle stand vermutlich mitten im Ort. Die heutige Kirche wurde 1896 am Ortsrand auf einer Anhöhe errichtet. Im Gegensatz zu der schlichten Form des Gebäudes überrascht das Innere der Kirche: die Gliederung
des Raumes, das Kreuzrippengewölbe mit Schluss-Steinen, die ornamentale und florale Ausmalung sowie die Ausstattung der Kirche aus der Bauzeit (Altäre und Kreuzwegstationen).

Am Hauptaltar rechts der hl. Isidor, der Namenspatron der Kirche. Der Heilige lebte in Spanien, war Bauersmann und führte ein Leben der Arbeit, des Gebetes und der Nächstenliebe (+ 1130). Er war Knecht auf dem Hof eines Barons. Die Legende berichtet, dass er beschuldigt wurde, zu beten statt zu pflügen. Der Baron ging hin und sah, dass Isidor betete und ein 'Mann' den Pflug führte. Dargestellt wird der Heilige als Bauer mit Spaten und Feldfrüchten oder Pflug, der von einem Engel geführt wird. Der hl. Isidor gilt als Fürsprecher für Regen, da er, so die Legende, für seinen durstigen Herrn eine Quelle sprudeln ließ.

Am Hauptaltar links der Dominikaner Petrus von Verona, der zweite Pfarrpatron. Er war ein bedeutender Prediger. Seine Gegner ließen ihn in Mailand ermorden (+1252). Dargestellt wird der Heilige als Mönch, den Finger am Mund (Zeichen des Schweigegebots). Der hl.Petrus von Verona ist hierzulande der Helferheilige der Wöchnerinnen.


Isidor-Statue am Altar der Pfarrkirche zu Ammeldingen und Wegkreuze in Plascheid

(3) Wegkreuze in Plascheid
An der Kreuzung ein schlichtes Nischenkreuz aus dem Jahr 1725, dem Erzählen nach aus Dankbarkeit für eine glückliche Heimkehr errichtet. Am Neuerburger Weg ein Schaftkreuz mit der Jahreszahl 1762, Pestkreuz genannt. Damals setzte man an den Ortseingang Kreuze, um dem schwarzen Tod Einhalt zu gebieten. Auf dem Schaft eine Pietà, in der flachen Nische ein Kreuzrelief (wie bei Bildstöcken).

Jakobsweg im Neuerburger Land
Der Besucher der Südwesteifel wird bei Wanderungen auch das Zeichen des Jakobswegs antreffen, eine stilisierte, gelbe Muschel auf blauem Feld. Der von Köln über Prüm führende Weg trifft in Trier auf den Pilgerweg aus Mainz und führt über Metz und Le Puy /Südfrankreich nach Santiago de Compostela (im Nordwesten Spaniens) zum Grabe des Apostels Jakobus.

Jakobus der Ältere, Sohn des Fischers Zebedäus, gehörte mit Petrus und Johannes zu den engen Vertrauten Jesu. Der Apostel soll in Spanien den Glauben verkündet haben. Er starb als erster der Apostel den Martyrertod, Herodes Agrippa ließ ihn enthaupten. Als im 7.Jahrhundert die muslimischen Sarazenen gen Westen zogen, wurden die im Sinai-Kloster aufbewahrten Gebeine des Jakobus nach Spanien in Sicherheit gebracht. Die Länder Spanien und Portugal erwählten den Apostel zum Schutzheiligen gegen die aus Nordafrika vorrückenden Araber.

Die Wiederentdeckung seines Grabes (816) löste europaweit eine Pilgerbewegung aus, ein Netz von Pilgerwegen entstand. Man pilgerte meist zu Fuß. Wer arm war, erhielt in Pilger-Herbergen unentgeltlich Unterkunft. Jeder Pilger führte einen von einer weltlichen oder kirchlichen 'Behörde' ausgestellten 'Reise-Pass' mit sich. Jede Station wurde eingetragen (Stempel). Am Ziel seiner Reise erhielt der Pilger eine Muschel vom Strand des nahen Atlantiks. Er trug sie am Hut oder auf der Brust als Nachweis, am Grabe des Apostels gewesen zu sein.

Der hl. Jakobus wird dargestellt mit Buch und Schwert, seit dem 11. Jahrhundert auch als (Santiago-)Pilger mit Stab, Reisetasche, Kürbisflasche und einer Muschel, dem Erkennungszeichen der Jakobs-Pilger. Dieses Zeichen bildete die Grundlage für das Logo, das der Europarat als Wegzeichen für den Jakobsweg herausgab (1987): eine vereinfachte Muschel mit 'Wegen', die nach Westen führen und in einem Punkt zusammenkommen (Santiago). Die Farben Gelb-Blau entsprechen der europäischen Farbkombination.

Auch heute pilgern wieder öfters Menschen nach Santiago, junge und ältere, aus allen Bevölkerungsschichten, aus unterschiedlichen Beweggründen. Jetzt stellen 'Jakobsbruderschaften' den Pilgerausweis aus. Pilger-Herbergen dokumentieren die zurückgelegte Wegstrecke, nach wie vor. Wer die letzten 100 km zu Fuß oder die letzten 200 km mit dem Fahrrad zurückgelegt hat, erhält im Pilgerbüro von Santiago die Pilgerurkunde.

Die Karte der nächsten Seite zeigt den Jakobsweg zwischen Krautscheid und Nusbaum. Die große Bedeutung des Apostels Matthias, des hl.Willibrord und der vielen Helferheiligen der Landleute erklärt wohl, dass der Apostel Jakobus in der Südeifel nur an wenigen Orten verehrt wird, zwischen Dasburg und Nusbaum nur in den Orten Dasburg, Rodershausen, Scheuern und Mettendorf.

Technische Hinweise

Route .............. 9,5 km
Landstraße ........... 0,5
Dorfstraße ............. 1,5
Weg ........................ 7,0
Pfad ........................ 0,5

Tourist-Information Neuerburger Land
Postfach 1120, 54671 Neuerburg, Bitburger Straße 21, Tel.: 06564-19433

Anfahrt: Neuerburg, Parken am Freibad an der Straße K 58 Neuerburg-Arzfeld

- von Trier: B 51, Abfahrt Bitburg / Vianden, über Sinspelt und Neuerburg
- von Luxemburg: E 421, Abfahrt Diekirch, über Vianden, Sinspelt, Neuerburg
- von St.Vith: A 60, Ausfahrt Winterspelt, über Lichtenborn und Krautscheid
- von Prüm: B 418 bis Lichtenborn, über Krautscheid

Wanderkarte
- Topographische Karte 1: 25.000 Naturpark Südeifel, Blatt 1 (Nord)
Wanderkarte Nr. 26 des Eifelvereins e.V., 2006

Literatur
Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): Jakobswege.

Wege der Jakobspilger im Rheinland, Bd 2.- Köln 2002

Müller, Rudolf: Jakobus-Pilgerweg führt durch den Kreis Bitburg-Prüm.- HBitPrü 2006, 103-105

Ortsgemeinde Plascheid: Heimatfest 1983 für die 'alten' Plascheider und die Freunde der Gemeinde.- Manuskript 1983

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