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Oberraden - Scheuern - Altscheuern - Fischbach - Oberraden

Weglänge 14,0 km, Alternative Fischbach 12,0 km, Oberraden 8,5 km
Höhenlage zwischen 310 m und 530 m, Differenz 220 m
Einkehrmöglichkeit in Oberraden, Altscheuern und am Segelflugplatz Utscheid

Beschreibung des Wanderweges

Ausgang: Oberraden, Ortsmitte oder Rastplatz an der Straße Richtung Fischbach

In Oberraden beachtenswert der Hubertushof und zwei Kreuze (1). Am Pestkreuz weiter in Richtung Niederraden, am Weg das EV-Zeichen [>]. Nach 700 m rechts in das Tal einbiegen und dem Lambach entlang, der alte Fahrweg nach Scheuern. An der Abzweigung des EV-Wegs rechts halten und dem Ww 14 folgen (bis Scheuern). Am Kreuzungspunkt 435 führt der 14er-Weg über den Lambach, sodann zum Dorf hinauf, ein kurzer, steiler Anstieg. An der Straße rechts zur Dorfmitte (2).

Entlang der Straße K 50 Richtung Krautscheid. Am Ortsende rechts dem Fahrweg nach, markiert als Ww 9. Auf der Scheuerner Höhe ein altes Kreuz (3). *1, 2

Von der Höhe querab wieder zur Krautscheider Straße und dieser entlang, vorbei an der Abzweigung nach Altscheuern. Über die Anhöhe zur Gaststätte, danach rechts in den Feldweg einbiegen und dem Ww 30 folgen (bis Fischbach).

Am Merlbach abwärts durch das Tal, an seiner Mündung rechts dem Berkother Bach entlang. Am Zusammenfluss von Berkother und Burscheider Bach wieder rechts halten. An der Brücke den Radenbach queren und dem Talweg folgen. Links am Weg die Siedlung 'In der Kleiwersdell' (4). Nach 500 m in einer Talweitung der Weiler Fischbach. Am Ortseingang ein altes Bruchsteingebäude, vermutlich die alte Mühle oder eine Zehntscheune. Über die Straßenbrücke zur Fischbacher Kapelle (5).

Zurück zum Bruchsteingebäude, von dort dem Ww 22 folgen (bis Flugplatz Utscheid). Am Haus Fischels vorbei, über die Bachbrücke, dann bergan, leicht bis mäßig. An der Utscheider Straße zur Höhe hinauf, dort rechts zum Flugplatz. Nach 100 m, an der Ecke der Viehweide, quert der EV-Weg [>] die Straße zum Flugplatz (6). Bei Flugbetrieb lohnt sich eine Rast auf der Terrasse der Flugplatz-Gaststätte. Zurück zum EV-Weg und diesem folgen (bis Oberraden). Vor der Brücke die Dorfkapelle. Patron ist der hl. Donatus, der Helfer bei Blitz, Donner und Unwetter.

*1 Fischbach. Auf der Scheuerner Höhe weiter dem Ww 9 folgen (bis Fischbach). Zunächst führt der Weg über den langgestreckten, nach Osten hin leicht geneigten Bergrücken, vom Waldrand an fällt er stärker ab. An der zweiten Kehre von rechts ein Waldweg, 350 m danach links der Aufgang zur Fischbacher Kapelle (5).

* 2 Oberraden. Von der Scheuerner Höhe über den Wanderweg 17 nach Oberraden.

(1) Oberraden
Der bereits im Jahr 1501 genannte Weiler konnte sich aufgrund seiner Lage kaum vergrößern. Die Wiesen und Felder des Tales reichten nur für wenige Gehöfte, anderseits waren die Felder auf den Hochflächen zu weit entfernt. So blieb die Zahl der Häuser über Jahrhunderte klein.

Im Ort, Talstraße 9, eine große, geschlossene Hofanlage aus dem Jahr 1817, der Hubertushof. Beachtenswert die klare, durch Fensterbänder betonte Gliederung der Hausfassade (Hofseite), die sehr aufwändige Gestaltung des Eingangs, die kleinen Kellerfenster sowie die Parkanlage mit prächtigem Baumbestand.

Inmitten der Straßenkreuzung ein Schieferkreuz aus dem frühen 19.Jahrhundert. In der Nische der Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz (+ 1591). Unter der lateinischen Inschrift der Name des Stifters Johannes Goetz. An der Straße nach Niederraden, vor dem letzten Haus am Jägerzaun, ein Pestkreuz mit der Jahreszahl 1585.


Oberraden. Schieferkreuz in der Ortsmitte, Wohnhaus des Hofgutes Hubertushof und Pestkreuz an der Straße nach Niederraden.

(2) Scheuern
In fränkischer Zeit (8.Jahrhundert) führte eine 'via regia', eine 'Königsstraße', über den Höhenrücken Neuerburg-Scheuern-Uppershausen-Krautscheid nach Prüm. Im Jahr 1169 wird der Weiler 'Schura' erstmalig urkundlich erwähnt. Scheuern war immer ein kleiner Ort, auf der Tranchot-Karte (1818) besteht er nur aus vier Gehöften. Heute bilden Scheuern und Altscheuern die Gemeinde Scheuern mit 69 Einwohnern.

Die schlichte Filialkirche, 1971 fertiggestellt, ist dem Apostel Jakobus d.Ä. geweiht, rechts vom Chor ein Bronzerelief des Apostels. Bis 1966 stand hier ein Kapellchen mit einem rundbogigen Eingang und einem Dachreiter mit Glöckchen.

Am Haus Dorfstraße 8 zwischen Eingangs- und Kellertür ein Sauerkrautstein mit dem Namen BOMES und der Jahreszahl 1780. Gegenüber im Garten ein Schaftkreuz mit einer plastischen Marienfigur, errichtet 1810 von DEODOR UND MARGAREDA [B]OMES. An der Straße nach Krautscheid, am Hang von Haus 10, im Gestrüpp ein schlichtes Balkenkreuz von 1851.

(3) Flurkreuze am Weg
Auf der Scheuerner Höhe ein aus Teilstücken zusammengesetztes Schaftkreuz. Ein runder Fundament-Stein, darauf ein quadratischer, an den Ecken abgeschrägter Schaft, dessen Form auf ein hohes Alter schließen lässt (frühes 17.Jahrhundert). Inschrift und Abschlusskreuz stammen aus neuerer Zeit. An der Straße nach Krautscheid, an der Abzweigung nach Altscheuern, ein Sandsteinkreuz aus dem Jahr 1867.


Scheuern. Schaftkreuz im Garten von Haus 8, Schaftkreuz auf der Scheuerner Höhe und Flurkreuz an der Straße K 50 / Abzweigung Altscheuern.

(4) In der Kleiwersdell
Die Siedlung entstand um die Mitte des 19.Jahrhunderts, 1840 gab es hier erst zwei Hütten. In den kleinen Häusern wohnten vermutlich nicht-erbberechtigte Söhne von Stockgutbesitzern, die vom Hof weggingen, um nicht ein Leben lang auf dem Hof als Knecht verbringen zu müssen. Solche 'Aussiedlungen' fanden sich im Islek häufiger, Kleiwersdell ist eine der wenigen, noch erhaltenen Siedlungen dieser Art.


In der Kleiwersdell

(5) Fischbach
Der Ort liegt in einer Talweitung, an der Mündung zweier Bäche in den Radenbach. Die bereits im Jahr 1332 genannte Ansiedlung konnte sich wegen ihrer Lage nur wenig ausdehnen. Im Jahr 1694 erbaute ein aus Tirol stammender Handwerker das heute noch bestehende Haus Fischels und daneben eine kleine Kapelle.

Im Jahr 1925 ließ die Witwe des verstorbenen Jagdpächters Karl Kürten aus Düsseldorf auf dem Felsvorsprung am Scheuerner Weg eine Privatkapelle errichten, die heutige Fischbacher Kirche. Die Bedeutung der neuen, dem hl. Karl Borromäus geweihten Kapelle liegt in der künstlerischen Ausstattung. Von besonderem Wert ist die geometrisch gemusterte Farbverglasung des Kirchenschiffes.

Aus der kleinen Kapelle von 1694 sind noch einige Figuren erhalten: im Chorraum der hl. Michael, in den Wandnischen vor dem Altarraum die hl. Katharina von Alexandrien und der Apostel Bartholomäus, in der Marienkapelle die aus einem Stein geschaffene Madonna mit Kind.

In der Marienkapelle ein kleiner Holzschrein mit einer Reliquie des Kirchenpatrons, umgeben von acht Kreuzen zum Gedächtnis der Gefallenen der Gemeinde und der Familie der Stifterin. Das oberste Kreuz gilt dem unbekannten Soldaten, der hinter der Kapelle begraben wurde. Am Ausgang der Kapelle eine kleine Holzfigur, der hl. Georg, Lanze und Schild sind ihm abhanden gekommen. Auf dem Schild standen die Worte "flectimur non frangimur" (wir werden gebeugt, aber nicht gebrochen).


Fischbach, Katholische Filialkirche St. Karl Borromäus.
Statue des Engels Michael und des Apostels Bartholomäus. Mitte: Innenraum der Kirche.

(6) Segelfluggelände Utscheid
Seit 1980 fliegen hier die Segelflieger des Segelflugvereins Südeifel e.V., Utscheid. Das jüngste Mitglied des Vereins ist 14 Jahre alt, das älteste 80. Mit 14 Jahren kann der Flugschüler mit der Ausbildung beginnen, den Luftfahrerschein erhält er aber erst mit 17 Jahren. Im Gegensatz zum Motorflug fördert der Segelflug in besonderer Weise das Gemeinschaftserlebnis, verlangt anderseits auch das gegenseitige Helfen und Einstehen füreinander: Die Flugzeuge werden in den Wintermonaten gemeinsam gewartet (Werkstattdienst), im Sommer helfen die Flieger einander, die Flugzeuge zu starten (Flugdienst). Meist wird an den Wochenenden geflogen, in den Sommerferien führen auswärtige Vereine ein 'Fliegerlager' durch. Die Startbahn ist 1.000 m lang und 70 m breit.


Segelfluggelände Utscheid, Flugbetrieb mit Windenstart. Warten auf das Startseil.


Von der Scheuerner Höhe nach Oberraden (Ww 17), Blick nach Süden. Im Mittelgrund das Radenbachtal, auf der Anhöhe das Segelfluggelände Utscheid, am Horizont auf dem Bergrücken Häuser von Utscheid-Buscht und der hohe Wasserturm.

Wegkreuze und Bildstöcke
Wegkreuze sind an Wegen und in der Flur errichtete Kreuze (ohne oder mit Korpus). Bildstöcke sind Stein- oder Holzmale mit einer gemalten oder reliefartigen religiösen Darstellung, meist aus dem Leben Jesu oder eines Heiligen. Die Grenze zwischen beiden Formen der Wegdenkmäler ist fließend.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Form der Wegkreuze geändert. Anfangs kannte man nur Balkenkreuze und Nischenkreuze zur Aufstellung einer Figur. Mit Beginn der Neuzeit (um 1500) machte man die Nische größer, so dass darin eine Kreuzigungsgruppe Platz fand. Später ließ man die Umrandung der Nische und die seitlichen Figuren (Maria und Johannes) weg. So entstanden die Schaftkreuze.

Der Anlass zur Errichtung eines Kreuzes ist meist nach zwei oder drei Generationen vergessen. Zeichen, Merkmale, Texte und Geschichten lassen ihn wohl vermuten. Die Gründe sind weit gestreut. Hier der Versuch einer Gruppierung:

- Totenkreuze erinnern an einen Verstorbenen und bitten um ein Gebet. Unfallkreuze stehen meist dort, wo der Betroffene jäh aus dem Leben gerissen wurde.

- Andachtskreuze stehen bei Prozessionen und Bittgängen an bestimmten Zielpunkten, so die vier Fronleichnamskreuze, die Flurkreuze an den Feldwegen, die vierzehn Kreuzwegstationen, die sieben 'Fußfälle' und die Pilgerkreuze.

- Bitt- und Dankkreuze, die an nachhaltige Ereignisse erinnern: Pestkreuze als Dank, Hagelkreuze als Schutz vor Unwetter, Kreuze als Dank nach schwerer Krankheit, Kreuze als Dank für eine glückliche Heimkehr aus dem Krieg.

Die Wegkreuze und Bildstöcke in der Eifel zeugen von der religiösen Gesinnung unserer Vorfahren und deren großem Gottvertrauen.

Technische Hinweise


Route ............... 14,0 km
- Landstraße .......... 1,5
- Dorfstraße ............ 1,0
- Weg ..................... 11,5

Fischbach ......... 12,0 km
- Landstraße .......... 0,8
- Dorfstraße ............ 0,7
- Weg ..................... 10,5

Oberraden .............. 8,5 km
- Landstraße ........... 0,8
- Dorfstraße ............ 0,5
- Weg ....................... 7,2

 

 

Tourist-Information Neuerburger Land
Postfach 1120, 54671 Neuerburg, Bitburger Straße 21, Tel.: 06564-19433

Einkehrmöglichkeit
- Oberraden: Gasthaus Schmitz, Talstr. 8, Tel.: 06564-2003, Ruhetag Dienstag
- Scheuern K50: Gasthaus Sonnenschein, A.erw., Tel. 06564-2045, R. Mittwoch

Anfahrt: Oberraden, Ortsmitte oder Rastplatz an der Straße nach Fischbach

- von Trier: B 51, Abfahrt Ralingen / Sauertal, über Irrel, Mettendorf und Sinspelt
- von Luxemburg: E 421, Abfahrt Diekirch, über Vianden und Sinspelt
- von St.Vith: A 60, Ausfahrt Winterspelt, über Lichtenborn, Neuerburg, Sinspelt
- von Prüm: B 418 bis Lichtenborn, über Krautscheid, Neuerburg und Sinspelt

Wanderkarte
- Topographische Karte 1: 25.000 Naturpark Südeifel, Blatt 2 (Mitte)
Wanderkarte Nr. 27 des Eifelvereins e.V., 2006

Literatur
Kapelle in Fischbach, Filialkirche der Pfarrgemeinde Outscheid.- Faltblatt

Klinkhammer, Norbert: Geschichte von Dorf Scheuern. - in 50 Jahre Freiwillige Feuerwehr Scheuern - 1978)

Meyer, Georg Jakob: Die ältesten und kunstvollsten Wegkreuze und Bildstöcke aus dem Bezirk Trier. - Trier (um 1950)

Monshausen, Lothar: Johannes-Goetz-Kreuz in Oberraden.- HBitPrü 1992, 112

NN: Fischbach-Oberraden - ein herrliches Stückchen Erde im Radental.- in: Festschrift VG-Feuerwehrfest.- 1990

Reinhard, Ulrike: Wegekreuze als Ausprägung der Volkskunst in Eifel und Moselland.- EJ 1983, 12-16

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